Schweden 2014 – store mosse Nationalpark

Nach einer richtig kalten Nacht startete der Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein, was möchte man mehr, wenn eine Wanderung geplant ist? Nur ca. 15 Minuten vom Campingplatz entfernt liegt nämlich der store mosse Nationalpark, unser Ziel für den heutigen Ausflug. Wir hatten uns einen nicht so langen Rundwanderweg auf der südlichen Seite der Parks rausgesucht, am Parkplatz gab es gleich noch einen Wanderführer mit zusätzlichen Informationen über Flora, Fauna und sonstige Besonderheiten. Ich liebe diesen Service in Schweden!

Nun geht es aber los! Der Weg führt am Anfang durch ein ehemaliges Torfabbaugebiet, teilweise sind noch die alten Gleise im Gebüsch zu erkennen. Weiter geht es über Holzplanken ins Moor. Bereits ganz am Anfang haben wir Preiselbeeren (das Bestimmungsbuch hat uns gute Dienste geleistet!) und diverse Pilze am Wegesrand entdeckt, aber davon sollten noch viel viel mehr kommen. An der Weggabelung entschieden wir uns, zuerst durch das Waldgebiet zu gehen, da dies der trockenere Teil sein sollte. Die Regenfälle der letzten Tage hatten natürlich ihre Spuren hinterlassen. Allerdings auch im Waldgebiet 😉 Auf alle Fälle war es wunderschön, märchenhaft und überraschen. Es gab sehr viel Rentierflechte und noch viel mehr Pilze. Keiner von uns hatte bisher jemals so viele (verschiedene) Pilze auf einem so kleinen Fleckchen Erde gesehen! Und es waren nicht nur Lamellenpilze, nein, auch ganz viele Röhrenpilze. Zwei Sorten haben wir auch bestimmt und mindestens eine wäre definitiv essbar gewesen. Aber wir wollten sie nur anschauen und das dürft ihr jetzt auch:

Aber wir sind natürlich noch nicht am Ende, denn der Wald endete auf einer Sanddüne und dort kam Lila Lövö, von wo aus man eine gute Aussicht hat und wir eine Kekspause einlegten. Von dort aus kann man wohl auch gut Elche beobachten, aber trotz Fernglas hatte ich kein Glück. Gestärkt ging es weiter, der Weg führte nun durch einen von Sturm Gudrun (2005) zerstörten Waldteil, bevor der Weg wieder über das offene Moor zurückführte. Wir befürchteten schon, nun nasse Füße zu bekommen, denn selbst der angeblich trockenere Teil im Wald war zwischenzeitlich alles andere als trocken und nur dank guter Schuhe gab es noch keine (oder kaum, es waren ja nicht alle mit Wanderschuhen gerüstet) nasse Füße. Die Landschaft war einfach faszinierend, wenn es nicht so feucht gewesen wäre, hätte man zwischenzeitlich auch denken können, dass man sich in Afrika befände. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich auch wilde fleischfressende Pflanzen gesehen, ich war ganz aus dem Häuschen. Nach drei Stunden hatten wir die 6 km geschafft, so lange braucht man natürlich nur, wenn man zwischendurch Pflanzen und Pilze bestimmt und gefühlt jeden Pilz fotografiert weil er nochmal schöner ist als der vorherige.

Nachdem wir den Rundwanderweg also hinter uns gelassen haben, machten wir noch einen Abstecher zum Vogelbeobachtungsturm auf der Nordseite des Parks. Von dort hatte man einen guten Blick über einen größeren See. Und auch Kraniche konnten wir mit dem Fernglas beobachten.

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Und damit war der letzte Tag auch schon wieder vorbei. Also fast, den restlichen Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt auf dem Campingplatz. Endlich war das Wetter dann auch so gut, dass wir draußen essen konnten. Am nächsten Morgen wurde das Zelt ein letztes Mal für diesen Urlaub abgebaut (dabei stellte sich heraus, dass tatsächlich eine Zeltstange gebrochen war). Auf dem Weg nach Trelleborg musste natürlich noch einmal im ICA eingekauft werden, Mitbringsel für die Daheimgebliebenen und natürlich für uns selbst. In Trelleborg schafften wir es endlich mal, uns die alte Wikingerburg Trelleborgen anzusehen, wir sind schon so oft daran vorbeigefahren! Auf der Fähre blieb ich so lange es möglich war an Deck und wollte den Blick gar nicht von meinem geliebten Schweden abwenden. Wieder war der Urlaub vorbei, wieder musste ich zurück und wäre doch am liebsten da geblieben! Dem bereits wiederkehrenden Schwedenfernweh konnte auch die absolut ruhige Ostsee (nicht nur im Vergleich zur Hinfahrt!) nichts anhaben. Und auch das, was Zuhause wartete, nämlich das neue eigene Zuhause, machten es kaum besser. Aber es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, Schweden wird mich nicht so einfach los 😛

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